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Wie sich Vereine auf Instagram präsentieren: FC Großdechsendorf macht es vor

Immer mehr bayerische Vereine sind auf den Sozialen Medien vertreten und binden so auch jüngere Mitglieder im Ehrenamt ein

Die TT-Abteilung des FC Großdechsendorf auf Instagram

Öffentlichkeitsarbeit in Vereinen ist häufig ein zähes Geschäft. Wer schreibt Berichte? Wer aktualisiert die Homepage? Wer kümmert sich um den Kontakt zur Lokalpresse? In Zeiten, wo es stetig schwieriger wird, ehrenamtliches Personal für die Vereinsarbeit zu gewinnen, trifft es diesen Bereich besonders oft. Doch es gibt auch positive Signale. Immer mehr Vereine gehen in punkto Öffentlichkeitsarbeit neue Wege und setzen auf andere Kommunikationsformen, vor allem mithilfe der Sozialen Medien. Besonders auffällig ist, dass die Foto- und Video-Plattform "Instagram" mittlerweile von zahlreichen bayerischen Vereinen genutzt wird. Meist haben die jüngeren Mitglieder in diesen Vereinen den ersten Schritt dazu gemacht und bespielen den Vereinskanal komplett eigenständig. Sie sprechen damit insbesondere ein Klientel zwischen 14 und 40 Jahren an, veröffentlichen Neuigkeiten, stellen die Clubmitglieder vor, posten Fotos oder Videos aus dem Vereinstraining. Das schafft neben Information auch Identifikation mit dem Verein, seitens der Mitglieder und extern, zu Sponsoren, der Presse der Lokalpolitik oder auch anderen Vereinen.

Nun kam man trefflich über Fluch und Segen von Sozialen Medien streiten - es gibt sicher Für und Wider. Doch Fakt ist: Will ich als Verein vor allem meine jüngeren Mitglieder oder die Zielgruppe der bis 30-Jährigen erreichen, dann komme ich um Plattformen wie Instagram kaum herum.

"Mir macht das einfach Spaß, Bilder und Videos zu posten, Stories zu erstellen"

Die Tischtennis-Abteilung des FC Großdechsendorf (Erlangen) ist seit Oktober 2018 bei Instagram vertreten, hat mittlerweile über 200 Vereins-Seiten und Personen, die dem Kanal (ähnlich einer eigenen Homepage, siehe Fotos) folgen. Spielerin Nicole Dorsch (18) hat zusammen mit ihrem Bruder vor zwei Jahren die Idee dazu gehabt. Ursprünglich wollten die Geschwister neue Mitglieder erschließen. Ein hehres Ziel, "das sich als zu ambitioniert herausgestellt hat", gibt Dorsch heute zu. Anfangs gestaltete sie den Kanal mit ihrem Bruder zusammen, mittlerweile ist die Studentin für Medizintechnik allein zuständig. "Mir macht das einfach Spaß, Bilder und Videos zu posten, Stories zu erstellen", sagt Dorsch. Das Hauptziel des Kanals sei es, den Verein nach außen hin zu repräsentieren, zu informieren, auf Ergebnisse aufmerksam zu machen, Eindrücke aus dem Training oder von Punktspielen zu geben. "Gerade viele Eltern kennen sich bei myTischtennis nicht so aus, wissen nicht, wo sie die Ergebnisse herkriegen", sagt Dorsch.

Neben der reinen Information lässt sie sich immer wieder neue Inhalte einfallen. In der Rubrik "Erzähl doch mal..." werden zum Beispiel Vereinsmitglieder mittels eines Fotos und eines Fragebogens vorgestellt. Nicht alle Mitglieder sind bereit dazu, sich für den Instagram-Kanal fotografieren zu lassen. "Ich frage vorher immer. Vor allem die jüngeren sind aber sehr aufgeschlossen und freuen sich, dass da was passiert", berichtet Dorsch, die von vielen Seiten schon Lob für den Vereinsauftritt erhalten hat.

"Anfangen und ausprobieren"

Die Rubrik "Erzähl doch mal..." ist während des ersten Lockdowns entstanden, als der Spiel- und Trainingsbetrieb komplett auf Eis lag. Die Mitglieder konnten so ein Stück weit bei Laune gehalten werden. Während sich Nicole Dorsch zu Beginn die Inhalte spontan überlegte, werden mittlerweile viele Dinge vorproduziert oder geplant. Die 18-Jährige selbst findet vor allem auch das Netzwerken mit anderen Vereinen oder Personen auf Instagram spannend. "Wir folgen vielen anderen Vereinen und schauen regelmäßig, was die so machen. Genauso schauen andere Vereine bei uns rein."

Dies sei überhaupt ein guter Ratgeber, wenn man mit einem eigenen Vereins-Kanal beginnen möchte. "Es ist wirklich nicht schwer, man lernt schnell dazu und wird in vielem immer sicherer", findet Dorsch. Einfach zu beginnen und auszuprobieren ist ihr Appell. "Übung macht den Meister. Man sollte sich immer die Frage stellen: Ist der Inhalt wirklich sinnvoll und angemessen." Mittlerweile hat Nicole Dorsch ein gutes Gespür dafür, was für Inhalte funktionieren. Die 18-Jährige hat weitere Empfehlungen parat: "Man sollte keine Leute hochladen, die das nicht wollen. Und man muss natürlich ab und an mal mit einem kritischen Kommentar rechnen. Wichtig ist, höflich zu bleiben oder manchmal auch den Kommentar komplett zu ignorieren", so Dorsch. Der Zeitaufwand für Instagram sei abhängig von den jeweiligen Inhalten und der Häufigkeit. "Ich schaue täglich im Schnitt fünf Minuten rein, was es Neues gibt. Wenn es einen Post von uns geben soll, dann kann das auch schon mal eine halbe Stunde dauern."

Zwar wurde das frühere Ziel, mit dem Instagram-Kanal Mitglieder zu gewinnen, schnell verworfen. Doch der Zuwachs ist auch so gegeben. Die Tischtennis-Abteilung des FC Großdechsendorf verzeichnet gerade bei den Jüngeren einen Zuwachs. "Wir sind im letzten Jahr in die Schulklassen gegangen und haben für Tischtennis bei uns geworben", berichtet Dorsch. Mithilfe des Instagram-Kanals sind gerade die jungen Mitglieder nun während des Lockdowns nicht komplett vom Tischtennis-Verein ausgeschlossen, die Bindung bleibt bestehen. Für die Zukunft hat Dorsch auch noch die eine oder andere Idee in der Schublade. 

Der FC Großdechsendorf bei Instagram

Die Rubrik "Erzähl doch mal..." beim FC Dechsendorf

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